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	<title>ecuador.xpressio.net &#187; Arbeiten</title>
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	<description>Berichte in Bild und Text von meinem Auslandszivildienst in Quito, Ecuador ab Januar 2008.</description>
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		<title>Gruppenarbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 16 May 2008 03:01:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Buenos días, tío Max!“ Spätestens jetzt bin ich hellwach. Arme werden mir entgegengestreckt, elf Augenpaare blicken mich erwartungsvoll an und die lautstarke Begrüßung klingt noch nach. Ganz klar: Es wird meine Antwort erwartet! „Buenos días, niños. Cómo están?“ Obwohl gerade halb so laut wie der Begrüßungschor, wird meine Antwort trotzdem von allen beantwortet: „Bien!“. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">„Buenos días, tío Max!“ Spätestens jetzt bin ich hellwach. Arme werden mir entgegengestreckt, elf Augenpaare blicken mich erwartungsvoll an und die lautstarke Begrüßung klingt noch nach. Ganz klar: Es wird meine Antwort erwartet! „Buenos días, <span style="text-decoration: none; color: #000000;">niños</span>. Cómo están?“ Obwohl gerade halb so laut wie der Begrüßungschor, wird meine Antwort trotzdem von allen beantwortet: „Bien!“. Ich lächele, hänge meine Tasche an den Haken und begrüße meine Tía. Ein neuer Tag in der Fundación Esperanza beginnt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Seit vier Wochen arbeitete ich nun in einer Vorschulgruppe mit 11 Kindern. Sie sind 4 bzw. 5 Jahre alt. Eine Ausnahme bildet Lizbeth, die als einziges behindertes Kind der Gruppe mit 11 Jahren deutlich älter ist. Die Lehrerin (in der Fundación Tío/Tía = Onkel/Tante genannt) der Gruppe ist Veronica, gerufen Verito. Meine Aufgabe ist es, ihr ganz allgemein, insbesondere aber mit Lizbeth zu helfen. Lizbeth hat eine leichte geistige Behinderung, was sie im Wesentlichen in ihrer Fähigkeit zu sprechen und sich zu konzentrieren einschränkt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Um 9:00 Uhr beginnt mein Arbeitstag in der Fundación. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kinder bereits gefrühstückt und der Unterricht beginnt. Alle Kinder stehen auf und wiederholen im Chor Wochentag und Datum und sagen das ‚Jahresmotto‘ auf: „Yo soy bueno y soy capaz hago esto y mucho más“ (etwa: Ich bin gut/stark und bin imstande, dieses und noch viel mehr zu schaffen). Besonders das Motto wird voller Inbrunst und mit unterstützenden Gesten vorgetragen. Außerdem stellt Tía Verito Fragen zu den aktuellen Unterrichtsthemen und die Kinder antworten im Chor.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Im Moment lernen wir mit den Kindern die Vokale, gerade heute haben wir mit dem E begonnen, nachdem wir eineinhalb Wochen das A in verschiedensten Formen kennengelernt haben. Für jeden Vokal gibt es eine Reihe von Beispielwörtern, die die Kinder durch häufiges Wiederholen auswendig lernen. In vielen verschiedenen Übungen lernen sie dann den Vokal in diesen und später auch in fremden Wörtern zu erkennen. Eine typische Aufgabe wäre etwa, aus einer Zeitschrift alle As herauszuschneiden und die Schnipsel dann in ihrem Heft zu einem großen A zusammenzufügen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Aber halt, das hört sich jetzt vielleicht leichter an, als es tatsächlich ist! Was da auf dem Weg nicht alles an Hindernissen lauert, mögen sie nun echt sein oder auch nur so scheinen. Wie schnell ist nicht der Kleber alle oder man kann scheinbar in einer ganzen Zeitschrift kein einziges A mehr entdecken. Ist die Situation einmal so verfahren, was liegt da näher, als sich endlich ganz auf die Unterhaltung mit dem Nachbarn zu konzentrieren. Für den anderen Lösungsansatz – Kleber nachfüllen und noch mal genau nachschauen – stehen Tía Verito und ich. Und weil das mit dem freien Willen so eine Sache ist, drängen wir uns auch manchmal ein wenig auf.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Eine Arbeitsphase dauert zwischen 30 und 45 Minuten, danach folgt eine Spielphase oder ein anderer Unterricht wie Musik, Englisch, Sport oder Computerunterricht (jeweils 30min). Um 12:00 Uhr gibt es Mittagessen, danach spielen die Kinder eine halbe Stunde im Park. Nach dem Zähneputzen wird noch einmal an einer Übung gearbeitet (14:00 Uhr) und dann folgt eine längere Spielphase. Der Tag endet mit einer kleinen Erfrischung (Obst oder ein Getränk) und der Verabschiedung, bei der Geschichten aus der Bibel erzählt und Lieder gesungen werden (16:00 Uhr).</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Es ist schwer zu sagen, was mir mehr Spaß macht: der direkte Kontakt mit den Kindern oder das Beobachten. Die beste Verbindung aus beidem bietet das Mittagessen. Während ich im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun habe Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch zu verteilen und die leeren Teller wieder einzusammeln, bleibt mir doch noch genügend Zeit für Beobachtungen. Ohnehin Teil meiner Aufgabe, machen mir gerade die Beobachtungen Spaß, die ich nicht durch eine Ermahnung unterbrechen muss. Wie oft werden da Späße gemacht, kleinere Stöße verteilt und Mutmaßungen über etwaige Heiratsabsichten ausgesprochen! Und wieder ist so Vieles interessanter und spannender als die langweilige Essensaufnahme, zu der einen der Tío fortwährend animiert. Und überhaupt, macht ihm das ständige Ermahnen eigentlich selber Spaß?</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Eines ist jedoch sicher: Meine neue Arbeit in der Gruppe gefällt mir sehr viel besser, als die Mischung der Aufgaben, die ich vorher hatte. Die Abwechslung der ersten Monate hatte auch ihren Reiz, dennoch gefällt mir gerade die Konstanz der Gruppenarbeit. Jeden Tag lerne ich die Kinder ein bisschen besser kennen; fühle mich ein Stück wohler, wenn ich morgens in die Klasse komme. Und wenn Lizbeth den Stuhl neben sich zurückzieht und lächelt, weiß ich, was das Beste an meiner neuen Aufgabe ist: Ich habe meinen Platz in der Fundación gefunden!</p>
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		<title>Pferdetherapie</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 16:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mitad del Mundo]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag heißt es für etwa 8 Kinder und 4 Betreuer: Auf zur Pferdetherapie! Genauso wie die Kinder wechseln auch die Betreuer und an diesem Dienstag war ich an der Reihe. Wir holten also die Kinder aus den einzelnen Gruppen ab und alle stiegen in den gelben Kleinbus. Auf dem Dach befestigte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag heißt es für etwa 8 Kinder und 4 Betreuer: Auf zur Pferdetherapie! Genauso wie die Kinder wechseln auch die Betreuer und an diesem Dienstag war ich an der Reihe. Wir holten also die Kinder aus den einzelnen Gruppen ab und alle stiegen in den gelben Kleinbus. Auf dem Dach befestigte ich die beiden Rollstühle mit einem Seil. Nach wie vor etwas in deutschem Sicherheitsdenken befangen, äußerte ich Jonas gegenüber meine Sorge, ob auch alles halten werde. Jonas beruhigte mich schon nach wenigen Metern: Ansonsten würde man die Rollstühle übers Dach rutschen hören. Verkehr und Kinder machten zwar rechts und links von uns einen ziemlichen Lärm, aber über uns war es schön still.</p>
<p class="MsoNormal">Also lehnte ich mich zurück und schaute raus ins bunte Treiben: Pickups mit Ladeflächen voller Früchte; Busse, aus denen noch im Fahren Menschen ein- oder aussteigen, während gleichzeitig laut die Haltestellen der Strecke ausgerufen werden. Dicke Jeeps, die sich links wie rechts überholend ihren Weg bahnen und voll beladene Lastwagen, die langsam einen der vielen Berge hochschnaufen. An den Ampeln Jongleure und fliegende Händler, die Trauben, Mangos oder auch Handtücher verkaufen. Das alltägliche Straßenbild versetzte mich erneut in Staunen, während mir der Fahrtwind durch die Haare blies und wir die Stadt langsam hinter uns ließen.</p>
<p class="MsoNormal">Unser Fahrtziel lag kurz hinter der „Mitad del Mundo“, wie das Äquator-Denkmal hier genannt wird. Für ein paar Stunden würde ich also wieder auf der Nordhalbkugel sein! Wir waren uns jedoch nicht ganz sicher, wann wir die magische Linie nun tatsächlich überquert hatten, bietet doch das Denkmal nur einen ungefähren Anhaltspunkt, da es etwa 200m zu weit südlich steht. Die letzten Meter zum Hof führten über eine Schotterpiste. Etwas durchgeschüttelt stiegen wir aus und ich löste die absolut übertriebenen Knoten auf dem Dach.</p>
<p class="MsoNormal">Angefangen mit den kleinsten (3-5 Jahre) durften nun alle Kinder einige Runden auf dem Pferd reiten. Die ersten Runden absolvierte Jonas, der schon mehr Erfahrung hat, während ich auf die anderen Kinder aufpasste. David, ein Autist, war nur schwer davon zu überzeugen, dass er noch warten müsse, bevor er zum Pferd laufen dürfe. Ich nahm ihn auf den Schoß, was ihm zunächst zu gefallen schien. Auf Dauer war ihm das aber zu langweilig, immer wieder stand er auf und einmal zog er sich aus.</p>
<p class="MsoNormal">Zu meiner eigenen Überraschung war aber nicht er, sondern ich der Nächste, der auf das Pferd klettern würde! Immerhin war ich nicht alleine, vor mir saß nämlich Kevin. Mit der einen Hand krallte ich mich in der Mähne fest, mit der anderen hielt ich Kevin fest. Ich glaube, dass Kevin unsere 6 Runden mehr genoss als ich, wenn ich auch sagen muss, dass ich in der letzten Runde kaum noch Angst hatte vom Pferd zu fallen. Meine erste Reiterfahrung war also ein voller Erfolg! Dennoch zog ich es vor, die restlichen Runden nebenher zu laufen und die Kinder von unten zu stützen. Das hatte zwei entscheidende Vorteile: Ich war viel entspannter (1.) und konnte mich deshalb auch mehr auf die Kinder konzentrieren (2.). Den Effekt des Reitens zu beobachten war sehr interessant: Vorher nervöse Kinder wurden deutlich ruhiger. Auch konnte man deutlich merken, wie sich verkrampfte Muskeln lösten.</p>
<p class="MsoNormal">Nachdem alle Fundacións-Kinder an der Reihe gewesen waren, drehten wir noch einige Runden mit anderen Kindern, die zufällig auch da waren. Wie sich herausstellte, mussten sie auch mit zurück in die Stadt und es war schnell eine ausgemachte Sache, dass wir sie mitnehmen würden. Das stellte uns beim Einsteigen vor eine mittlere Herausforderung. Schon wurde ernsthaft erwogen, das Dach nicht nur für die Rollstühle zu nutzen. Schließlich passten jedoch alle 20 Leute in den Innenraum und wir machten uns auf den Heimweg. Eine Polizeikontrolle passierten wir in aller Seelenruhe, tatsächlich zeigte unser Fahrer Eduardo bis auf die Nachfrage, ob wir alle gut sitzen würden, nicht einmal einen Anflug von Nervosität. Rechtzeitig zum Mittagessen waren wir wieder in der Fundación, was nicht zuletzt meinen deutlich vereinfachten Knoten zu verdanken war!</p>
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